Der Gelenkknorpel ist eine Art Pufferzone. An ihm zeigen sich arthrotische Entzündungen. Er bildet eine Schutzschicht auf den Gelenkknochen und ist mit diesen eng verbunden. Obwohl die Knorpelschicht nur ein bis drei Millimeter dick ist, fängt sie dank ihrer Elastizität - quasi als Stoßdämpfer - kurzfristige Belastungen von mehreren Tonnen pro Quadratzentimeter ab.
Soweit man heute weiß, führen Verletzung und Aufrauung des Gelenkknorpels durch Abnutzung zur Arthrose. Die Knorpelschicht verliert ihre glänzende und glatte Oberfläche, wird dünner, rau und rissig. Das kann soweit gehen, dass der darunter liegende Knochen blank liegt, d.h. sich eine so genannte Knorpelglatze zeigt. In massiven Fällen kann sogar die gesamte Knorpelschicht abgenutzt werden.
Ist der Knorpel derart geschädigt, so greift der Prozess mit der Zeit auf den Knochen über, d.h. die angrenzende Knochenstruktur verändert sich. Der Gelenkknochen reagiert mit übermäßiger Bildung neuer Knochensubstanz (Knochenwülste). Hierdurch kommt es zu Veränderungen der ursprünglichen Gelenkform.
Knorpelabrieb per se verursacht keine Schmerzen, da im Knorpelgewebe keine schmerzübertragenden Nervenfasern vorhanden sind. Neben der mechanischen Schädigung durch abgeriebene Knorpel- und Knochenpartikel – ähnlich wie „Sand im Getriebe“ – werden die Gewebe zusätzlich biochemisch zerstört. Aus den geschädigten Geweben werden Enzyme und Kalziumkristalle freigesetzt, die das Kollagenfasergerüst nach und nach auflösen. Die hierdurch gereizte Gelenkinnenhaut reagiert mit Schwellung und vermehrter Produktion von Gelenkschmiere, ein Gelenkerguss entsteht. Im Zuge der Abwehreaktion auf die beschriebenen Vorgänge verändert sich die Gelenkflüssigkeit und enthält zunehmend Entzündungszellen. In dieser Phase werden auch Botenstoffe (Prostaglandine) freigesetzt, die für die Ausbreitung der Schmerzreaktion verantwortlich sind und zugleich das Entzündungsgeschehen (Schmerz, Schwellung, Erwärmung) in Gang halten.
Je älter man wird, desto höher ist das Risiko an Arthrose zu erkranken. Die Knorpelschicht in den Gelenken wird über viele Jahre hinweg beansprucht, außerdem werden Elastizität und Widerstandskraft des Knorpelgewebes im Lauf der Zeit geringer. Hierdurch raut die Knorpelschicht auf, wird dünner und ist irgendwann ganz abgenutzt.
Aber es gibt eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die zur Arthrose führen. Manche Faktoren, wie z.B. Bewegungsmangel oder Übergewicht, können aktiv verhindert werden - andere, wie das Älterwerden oder die Veranlagung, lassen sich leider nicht vermeiden.
Weitere Informationen und Tipps, wie Sie Ihre Gelenke gesund halten, finden Sie unter der Rubrik "Gesunde Gelenke".
